| Wir über uns |
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Aus Archivunterlagen kann man heute noch lesen wie die Feuerwehr in Odernheim entstand wie wir Sie heute kennen. Im 18. Jahrhundert mußte für den Erwerb des Bürgerrechts von einem Fremden " vor Einzug" 8fl (Gulden) bezahlen, eine fremde Weibsperson 4 fl, ein Bürgerkind nichts, " außer daß ein neuer Bürger vor einen ledernen Feuer Eymer = 11 Batzen, 4 Kreuzer legen muß". Neben dieser Erwähnung in der Zinsschreiberey-Rechnung des Jahres1760, Seite 8, hat der Beauftragte des Oberamts " Aufsichtsbehörde) folgenden Vermerk angebracht: " soll den ledernen Eimer in Natura stellen und eher nicht zum Genuß der bürgerrechtlichen Nutznießung gelassen werden". Im Inventarium der gleichen Rechnung, Seite 49, sind "an Effecten" unter anderem aufgeführt: "an Ledernen Feuer Eymer 20 Stück, item Eine Feuerspritze, item 2 Feuer Hacken, 2 Feuer Leitern, item Eine Heblade, item zwey Schrotleitern, item Eine Trommel. ( Ob letztere zum Alarmieren der Feuerwehr eingesetzt wurde, ist nicht zu ergründen. Die Einrichtung und Ausrüstung verbesserte sich immer mehr; die Ältern können sich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen neben der kleinen handgefahrenen und - betriebenen ( heute noch als Schaustück vorhanden) Feuerspritze, auch große, von Pferden gezogene, Feuerspritzen eingesetzt waren, bis dann in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts die erste Motorspritze gekauft und eingesetzt wurde. Die Motorisierung hatte auch bei der Feuerwehr ihren Einzug erhalten, obwohl im alten Feuerwehrhaus (Erdgeschoß des Rathauses) kein rechter Platz mehr für sie da war. -1955- Um den unliebsamen Erscheinungen der jahrzehntelang bestehenden Pflichtfeuerwehr (zuerst waren alle Bürger Feuerwehrpflichtig, dann die von 18 - 60 Jahren) ein Ende zu setzen, entschlossen sich einige junge Männer, als 2. Wehr im Landkreis Rockenhausen, in Odernheim eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Dieser Entschluß wurde am 20. April 1955 in die Tat umgesetzt. Unter Führung ihres Kommandanten Herbert Schneider konnten drei Züge mit je 10 Mann ihren Dienst aufnehmen. War hier der Wille zur Sache und Idealismus vorhanden, so stand auf der anderen Seite Skepsis und Zurückhaltung entgegen. Besonders der damalige Bürgermeister und Gemeinderat standen unserer Sache pessimistisch gegenüber. Aber schon bald mußten sie erkennen, daß bei uns der Wille zur Sache starker war, als alle angenommen hatten. Die gute fachliche Ausbildung führte alsbald zu den ersten großen Erfolgen. Bei den Feuerwehrwettkämpfen im Kreis Rockenhausen erzielte die junge Wehr am 17. Juli 1955 auf Anhieb den 2. Platz Dieser Erfolg gab erst recht Auftrieb und Ermunterung auf diesem Wege weiter zu machen. Die Wahl eines neuen Ortsbürgermeisters brachte auch der Wehr mehr Unterstützung. Persönliche Ausrüstungsgegenstande und anderes Material konnten angeschafft werden. Die Wehr Odernheim wurde so immer mehr zum Stutzpunkt der Bürgermeisterei, mit denen von Duchroth, Oberhausen, Lettweiler und Rehborn. So wurde auch das erste Feuerwehrfahrzeug gemeinsam angeschafft, und stand somit allen Wehren zur Verfügung. Durch den schnellen und disziplinierten Einsatz bei Bränden und anderen Katastrophen gewann die Wehr auch immer mehr das Vertrauen der Bevölkerung. Auch höheren Orts blieben die Leistungen unserer Wehr nicht verborgen und so wurde unser Kommandant Herbert Schneider zum Stützpunktleiter des Stützpunktes Odernheim ernannt. Seinem fachlichen können und seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, daß auch die Wehren der Nachbargemeinden einen beachtlichen Aufschwung nahmen. Jedoch führte diese Arbeit dazu, daß er unserer Wehr nicht mehr in dem Maße zur Verfügung stehen konnte, wie es nötig gewesen wäre. -1964/66- Aus diesem Grunde gab er am 20.3.1964 die Wehr ab, und neuer Kommandant wurde Erhard Konrath. Konrath, als guter Organisator bekannt, gab der Wehr neue Impulse. Durch den Weggang einiger Wehrleute war es erforderlich geworden, die bestehenden drei Gruppen zu zwei Gruppen zusammenzulegen. Der Einsatzbereitschaft tat dies jedoch keinen Abbruch, zumal im Frühjahr 1966 wieder 9 junge Leute zu uns kamen, und so wieder eine dritte Gruppe entstand. 21/2 Jahre leitete Ehrhard Konrath unsere Wehr, bis er am 12.9.1966 sein Amt niederlegte. Nachfolger wurde der Gruppenführer der ersten Gruppe, Rudi Metzger. Metzger, ein begeisterter Feuerwehrmann, führte die erfolgreiche Arbeit seiner Vorgänger fort. Mehrere gute 2. und 3. Platze bei den Kreiswettkämpfen beweisen dies. Durch die Wahl von Karl Wenz als neuen Ortsbürgermeister kam, nun auch von Seiten der Gemeinde, unserer Wehr mehr Hilfe entgegen. Er hatte und hat noch heute stets ein offenes Ohr für seine Feuerwehr. Zu der neu angeschafften zweiten TS 8/8 Tragkraftspritze bekamen wir nun auch die fehlenden Ausrüstungsgegenstande, so daß wir nicht mehr auf die Hilfe anderer Wehren bei den Wettkämpfen angewiesen waren. Jedoch führte das auch dazu, daß unser Gerätehaus unser Material bald nicht mehr aufnehmen konnte. Auch hier sagte uns der Bürgermeister baldige Abhilfe zu. -1969- Am 11.5.1969 fand der letzte Feuerwehrwettkampf des Kreises Rockenhausen statt. Unsere Wehr nahm auch hier noch einmal teil, und belegte den 6. Platz. Die bevorstehende Verwaltungsreform, die zur Auflosung des Kreises führte, beendete diese Tradition. Als Abschied aus unserem Kreis nahmen wir auch am letzten Kreisfeuerwehrtag in Rockenhausen teil. Die Wehr Odernheim kam nach dieser Reform, als einzige der Bürgermeisterei, zur Verbandsgemeinde Sobernheim. In der neuen Umgebung der Verbandsgemeinde Sobernheim konnte unsere Wehr schnell Fuß fassen und ihre Arbeit verstärkt fortsetzen. Herbert Schneider, der sein Amt als Stutzpunktleiter verlor, wurde zum Ehrenkommandanten der Wehr Odernheim ernannt. -1970/71/72- Am 2.3.1970 schied Rudi Metzger aus seinem Amt aus. Als sein Nachfolger wurde Walter Porth, gewählt. Als Gründungsmitglied der Wehr fiel es Ihm nicht schwer, seine Arbeit fortzuführen. In der neuen Umgebung, der Verbandsgemeinde Sobernheim, wurde unsere Wehr durch ihre gute Leistung schnell anerkannt. Ein besonders gutes Verhältnis zu den Wehren Staudernheim und Sobernheim kam uns bei der größten Brandkatastrophe dieser Zeit, dem Großbrand in der Ölfabrik Schmidt in der Nacht zum 17.2.1971 zugute. Der reibungslose Ablauf der Löscharbeiten bewies die gute Zusammenarbeit dieser drei Wehren. Auch Menschenleben kamen dank der guten Disziplin nicht zu Schaden. Den Dank an unsere Staudernheimer Feuerwehrkameraden statteten wir in der Nacht zum 9.9.1971 ab, als wir ihnen bei einem Großbrand in der Styroporfabrik zu Hilfe kamen. Am 13. August 1972 konnten wir endlich das von uns lange ersehnte neue Feuerwehrgerätehaus in der Hauptstraße übernehmen. Mit tatkräftiger Unterstützung unserer Feuerwehrleute, entstand hier ein Gerätehaus, das zu den schönsten und zweckmäßigsten in der Verbandsgemeinde gehörte. -1974- Auch die Struktur der Wehr wandelte sich in dieser Zeit. Waren früher meist landwirtschaftliche Gebäude besonders brandgefährdet, so kamen jetzt immer mehr Autobrände, Ölunfalle und sonstige Dinge dazu. Auch die Umstellung von Holz auf Kunststoffe verlangt von der Wehr heute andere Maßnahmen als früher. Die Folge davon ist eine feuerwehrtechnische Ausrüstung, die diesen Dingen Rechnung trägt. Großere Investitionen sind erforderlich, jedoch die Kassen der Kommunen meist leer. Und hier vollbringt der Feuerwehrmann von heute, etwas, was viele Leute nicht bemerken. Er bezahlt aus eigener Tasche einen Großteil seiner Geräte und Ausrüstungsgegenstande. Durch Waldfeste und andere Veranstaltungen werden diese Dinge mitfinanziert. So auch unser zweites Fahrzeug, das 1974 in Dienst gestellt wird, und für das die Wehr einen Betrag von DM 5.000, - DM zur Verfügung stellt. Eine neue TS 8/8, Atemschutzgeräte und Funkausrüstung in den Fahrzeugen verlangen ebenfalls von uns hohe finanzielle Aufwendungen. Allein von 1972 bis heute, haben wir für Geräte und persönliche Ausrüstungsgegenstände ca. 15.000, - aufgebracht. Daß dies möglich war, dafür danken wir der Bevölkerung, die uns bei unseren Veranstaltungen immer unterstützt hat, und auch in Zukunft unterstützen wird -1980- Eine Jugendfeuerwehr wurde 1980 gegründet, die sich bisher sehr gut bewährt hat und die im Jahre 2000 schon ihr 20. Jubiläum feierte. Mögen sich auch in Zukunft junge Frauen und Männer finden, die die Freiwilligkeit der Wehr und den Brandschutz unserer Gemeinde Odernheim sichern. -1995- 1995 wurde das alte TSF (Ford Transit) durch ein neues LF 8/6 ersetzt.
Getreu dem Wahlspruch " Gott zur Ehr ' dem Nächsten zur Wehr. " |

